Groß ist eigentlich nur noch ihre Vergangenheit. Sie wurden als die Tempel des Konsums bezeichnet. Andere bezeichneten sie als Enzyklopädien der Alltäglichkeit – es ist vielleicht mehr als Zufall, dass das Sterben der Warenhäuser mit dem Aussterben der gedruckten Enzyklopädie zusammenfällt. Wieder andere sahen die Demokratie des Konsums in ihnen verwirklicht. Die Bezeichnungen mögen übertrieben sein – sie zeigen aber die Bedeutung der Warenhäuser für Wirtschaft und Gesellschaft.
Warenhäuser prägten 150 Jahre die Einzelhandelslandschaft. In der Mitte des 19. Jahrhunderts verbreitete sich, von Paris ausgehend, das zentral geführte, in Abteilungen gegliederte, moderne innerstädtische Großwarenhaus. Es war gekennzeichnet durch eine bis dato unbekannte Warenfülle, durch feste Preise, freien Eintritt, großzügiges Umtauschrecht und intensive Reklame.
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Von Georg Giersberg
faz.net
17.04.2009



