Arcandors Chancen auf Staatshilfe sinken. Dennoch plädiert Margret Mönig-Raane, Vizechefin der Gewerkschaft Ver.di, für eine Rettungsaktion.
Im SPIEGEL-ONLINE-Interview erklärt sie, warum der Konzern schuldlos an seiner Misere sei, und warnt vor der vorschnellen Zerschlagung.
SPIEGEL ONLINE: Frau Mönig-Raane, haben Sie in letzter Zeit eigentlich mal in Kaufhäusern wie Karstadt oder Hertie eingekauft, um einer bedrohten Art von Handel zu helfen?
Mönig-Raane: Ich bin Stammkundin in Warenhäusern, kaufe also schon immer gern dort ein.
SPIEGEL ONLINE: Dann gehören Sie offenbar zu einer schwindenden Kundenspezies. Hertie ist pleite, die Karstadt-Mutter Arcandor bittet um Staatshilfe. Warum sollen eigentlich Steuerzahler für die Fehler von Managern aufkommen?
Mönig-Raane: Sollen sie ja gar nicht. Die Steuerzahler sollen im Falle Arcandor helfen, die Turbulenzen in Folge der Finanzkrise zu überstehen. Die restlichen Schwierigkeiten muss das Management schon selbst bewältigen.
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Das Interview führte Hasnain Kazim
spiegel.de
03.06.2009



